Es wurde das erwartet harte Stück Arbeit. Die Moskauer machten ihre mangelnde Beweglichkeit durch kompromisslose Härte wett. Torsten Laen am Kreis hatte gegen die Schwergewichte Rastvortsev und Chernoivanov einen schweren Stand und schon nach zehn Minuten saß auch Sven-Sören Christophersen mit einer Eispackung am Arm auf der Bank. Neben ihm hatte da schon Silvio Heinevetter Platz genommen, der zunächst nicht ins Spiel fand.
Doch es wurde munter weiter zugepackt. Zunächst wurde Mark Bult im Gesicht getroffen, kurz darauf Evgeni Pevnov. Die Füchse waren auf diese Gangart gut vorbereitet, vielmehr Sorgen machten ihnen zwei ehemalige Bundesligaspieler. Der Ukrainer Shelmenko und der Weißrusse Harbok, die einzigen Ausländer im russischen Team, überwanden immer wieder den Berliner Block, in dem Abwehrstratege Denis Spoljaric spürbar fehlte.
So gingen die Gäste erstmals nach 16 Minuten mit drei Toren in Führung, doch vier Minuten später hatten Stenbäcken, Jaszka und Nincevic das Blatt wieder gewendet (13:12). Als Richwien zum 15:13 nachlegte und Christophersen zurückkehrte, schienen die Gastgeber im Vorteil. Doch jetzt konterte Medwedi und zog mit 16:19 in Front, bevor Nincevic mit seinem fünften Treffer den Halbzeitstand erzielte.
Nach der Pause kehrte Heinevetter ins Berliner Tor zurück und die Berliner wagten den Einsatz von Spoljaric. Nincevic erzielte den Anschlusstreffer, vergab aber anschließend einige Male. So zogen die Gäste erneut auf drei Treffer davon, doch die Füchse kämpften um ihre Achtelfinalchance. Richwien schaffte den 21:22-Anschlusstreffer, anschließend vergab Colja Löffler einen Gegenstoß, doch Heinevetter trumpfte nun groß auf.
Zwei Treffer von Mark Bult (46.) brachten die Berliner nach langer Zeit wieder mit 23:22 in Front. Die Hausherren ließen nichts unversucht, brachten sogar Jugend-Nationalspieler Fabian Wiede, der für den verletzten Alexander Petersson im Aufgebot stand. Und die Partie blieb auf Messers Schneide.
Die Gäste führten nach 50 Minuten mit 23:24, doch Richwien und Laen brachten unter dem Jubel der 8.590 Fans die Berliner wieder mit 26:25 in Front. Vier Minuten vor dem Ende stand es 27:27 – Auszeit Medwedi.
Und die Dramatik steigt: Erst vergibt Nincevic frei von Außen, dann trifft er per Gegenstoß zum 28:27 (57.). Christophersen erhöht sogar auf 29:27, doch postwendend folgt der Anschlusstreffer.
Dann die letzten Sekunden. Christophersen animiert die Fans, die Halle gleicht einem Tollhaus. Jaszka tankt sich durch die Deckung, wird durch Foul gestoppt. Den Siebenmeter verwandelt Mark Bult 30 Sekunden vor dem Ende. Den Schlusspunkt zum 31:28 setzt Christophersen mit dem Schlusspfiff – und die Schmeling-Halle feiert ihre Helden.
Beste Schützen: Richwien (8), Nincevic (7/1) und Christophersen (6) für Berlin. Shelmenko und Harbok (je 6) für Medwedi.
22.5.2012