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Torsten Laen über internationalen Handball, deutsche Probleme und dänische Lösungen

21.01.2012
Füchse-Kapitän und Kreisläufer Torsten Laen ist in Abwehr und Angriff einer der besten seines Fachs. Dennoch fehlt er beim derzeitigen Treffen der Weltelite in Serbien. Aber er verfolgt natürlich die Spiele am Fernseher und macht sich seine Gedanken.
 - Großes Kämpferherz: Torsten Laen ist immer mit vollem Einsatz dabei. <br/>Foto: HiB-Archiv/Wollmann
Großes Kämpferherz: Torsten Laen ist immer mit vollem Einsatz dabei.
Foto: HiB-Archiv/Wollmann

Derzeit bereiten sich die Füchse ohne ihre Nationalspieler intensiv auf die dicken Brocken vor, die gleich nach der EM auf sie warten: Am 8. Februar müssen sie zum deutschen Meister HSV, vier Tage später kommt der russische Meister Medwedi Tschechow zum Endspiel ums Achtelfinale der Champions League in die Schmeling-Halle.

Das Trainingsspiel am Mittwoch in Potsdam anlässlich der Einweihung der neuen Mehrzweckhalle MBS-Arena war da schon eine willkommene Abwechslung zwischen Konditions- und Hanteltraining. Beim 30:28 (17:16)-Sieg über den Zweitligisten kamen die Youngster Pechstein (3), Skroblien (2), Kehl (2), Milde (1) und Tauabo (1) zu Einsätzen und Torerfolgen im Bundesliga-Team. Beste Torschützen waren allerdings die Routiniers Mark Bult (8/3) und Torsten Laen (6), der zurzeit natürlich vor allem seinen Dänen die Daumen drückt.

Zum EM-Start zeigte er sich optimistisch: „Wir haben ein gutes Team und hatten eine gute Auslosung. Wir können ins Halbfinale kommen, aber das wird natürlich schwer“, sagte der 1,98 Meter große Laen, der im Gegensatz zu seinen Kreisläufer-Kontrahenten fast schmächtig wirkt. Vor zwei Jahren spielte er das letzte Mal für sein Land, zuletzt fand er unter Trainer Ulrik Wilbek keine Berücksichtigung mehr – auch weil mit (dem verletzten) Knudsen, Noddesbo und den Toft-Hansen-Brüdern die Konkurrenz groß ist.

Dänemark verfügt über viele gute Handballer, deshalb gehen sie auch immer mit großem Selbstbewusstsein ins Turnier, meint der zweifache Champions-League-Sieger. Den Deutschen hingegen fehlten vor EM-Beginn die Erfolgserlebnisse und das Selbstvertrauen, das sie sich erst erarbeiten müssen. Laen kennt die Bundesliga und ist sicher, dass Bundestrainer Heuberger die individuell besten deutschen Spieler dabei hat. „Ob sie aber auch im Zusammenspiel die beste Mannschaft sind, kann ich nicht beurteilen“, sagt der 152-fache Nationalspieler.

Indirekt pflichtet er seinem Manager Bob Hanning bei, der im Falle eines frühzeitigen Scheiterns einen Umbruch und die Verjüngung des Teams gefordert hatte. In Dänemark sei die Situation Ende der Neunziger-Jahre ähnlich gewesen. Die Leistung des Nationalteams stagnierte. Da habe man sich entschlossen, radikal auf die Jugend zu setzen und die Jahrgänge 1976 bis 1979 ins kalte Wasser zu werfen. Die Namen sind heute in der Handballwelt bestens bekannt: Kasper Hvidt, Lars Jörgensen, Michael Knudsen, Lars Krogh Jeppesen, Bo Spellerberg, Lasse Boesen – und eben Torsten Laen. Für das erste große Turnier konnten sie sich noch nicht qualifizieren. Doch bei der EM 2002 gab es mit Rang drei die erste dänische Medaille im Männer-Handball seit 40 Jahren. 

Nach der sensationellen Leistungssteigerung des deutschen Teams, an dem Laens Berliner Mannschaftskameraden Silvio Heinevetter und Sven-Sören Christophersen großen Anteil haben, dürfte dies aber zunächst kein Modell für Deutschland sein.

Warum Torsten Laen nicht mehr für Dänemark spielt und wie es mit seinen Füchsen weitergeht, lesen Sie in der neuen HiB, die am 24. Januar erscheint. 

Termine

22.5.2012

  • HiB 5-12 erscheint
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